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Claude Code

Claude Code – Die komplette Anleitung

Von den ersten Schritten bis zum Expertenwissen

Autor: Christian Drapatz  ·  Stand: Mai 2026  ·  Claude Code v2.1+  ·  macOS · Linux · Windows

Claude Code

Die komplette Anleitung – Von den ersten Schritten bis zum Expertenwissen

Autor: Christian Drapatz

Stand: Mai 2026  ·  Claude Code v2.1+  ·  macOS · Linux · Windows

Disclaimer

Die Inhalte dieser Website basieren auf eigenen Erfahrungen sowie auf öffentlich zugänglichen Quellen wie Dokumentationen, Schulungen, Videos und Community-Beiträgen. Alle Inhalte wurden eigenständig aufbereitet, zusammengefasst und in eigenen Worten formuliert. Es erfolgt keine wörtliche Übernahme geschützter Inhalte. Die bereitgestellten Tutorials sind kostenlos und dienen ausschließlich der Wissensvermittlung. Trotz sorgfältiger Erstellung kann keine Gewähr für Vollständigkeit oder Aktualität übernommen werden. Alle genannten Marken, Produkte und Technologien gehören den jeweiligen Inhabern.

1   Einleitung – Was ist Claude Code?

Claude Code ist Anthropics terminalbasierter KI-Agent für Software-Entwicklung. Der entscheidende Unterschied zu einem Chat-Assistenten: Claude Code arbeitet direkt im Projekt. Es liest die Codebasis, führt Befehle aus, schreibt und bearbeitet Dateien – alles aus dem Terminal heraus.

Drei Eigenschaften machen Claude Code besonders:

  • Kontext: Beim Start lädt es automatisch CLAUDE.md – eine Briefing-Datei mit Projektkontext, Konventionen und Regeln.
  • Erweiterbarkeit: Wiederverwendbare Workflows lassen sich als Skills speichern und per Slash-Command aufrufen. Externe Dienste wie GitHub, Datenbanken oder Browser binden sich über MCP-Server an.
  • Autonomie: Mit Auto Mode und Worktrees kann Claude Code komplette Features eigenständig bauen, testen und committen.

Diese Anleitung führt vom ersten Start bis zum vollständig konfigurierten Setup. Der Lernpfad in Kapitel 21 zeigt, wie man schrittweise vorgeht, ohne sich zu übernehmen.

2   Schnellstart in 10 Minuten

Fünf Schritte, um sofort loszulegen:

  1. Installieren: Terminal öffnen und Installer starten.
    curl -fsSL https://claude.ai/install.sh | bash
    Danach Terminal neu öffnen.
  2. Starten: In das Projektverzeichnis wechseln und claude eingeben. Beim ersten Start erfolgt der Browser-Login.
  3. Datenschutz: Sofort nach dem Login unter claude.ai → Settings → Privacy → Help Improve Claude auf Off setzen.
  4. Initialisieren: /init eingeben – Claude analysiert das Projekt und legt CLAUDE.md automatisch an.
  5. Loslegen: Aufgabe formulieren, Shift+Tab für Plan Mode, Plan reviewen, dann implementieren lassen.

Hinweis: Man muss nichts manuell konfigurieren. Claude Code einfach fragen, was man braucht – es erstellt die richtige Konfiguration. CLAUDE.md sorgt dafür, dass beim nächsten Start alles geladen ist.

3   Voraussetzungen, Pläne und Modelle

3.1   Kostenpläne im Überblick

Ein bezahlter Anthropic-Account ist Pflicht – der kostenlose Claude.ai-Plan funktioniert nicht. Authentifizierung wahlweise per Subscription-Login oder per API-Key.

PlanPreisModell (Default)Wann sinnvoll
Proca. 20 USD/MonatSonnet 4.6Solo, gelegentliches Coden
Maxca. 100–200 USD/MonatOpus 4.7Solo, täglich mehrere Stunden; komplexe Refactorings
Team Standardca. 25 USD/Sitz (ab 5)Sonnet 4.6Teams; vertraglich kein Training auf euren Daten
Team Premiumca. 125 USD/SitzOpus-äquivalentTeams mit Max-ähnlichem Bedarf
EnterpriseCustom PricingCustomSSO, Audit-Logs, Zero-Data-Retention
API direktPay-per-UseFrei wählbarSensible Codebasen; 7 Tage Retention, kein Training

Faustregel: Mit Pro starten. Wenn nach zwei Wochen Limits spürbar werden, zu Max wechseln. Bei sensiblem Code Team oder API direkt wählen.

3.2   Modelle und Effort-Levels

ModellStärkeWann nutzen
Opus 4.7Höchste Qualität, langsamerArchitektur, komplexe Refactorings, Security-Reviews
Sonnet 4.6Gute Balance Qualität/GeschwindigkeitTägliches Coden, Features bauen
Haiku 4.5Schnell und günstigStöbern, einfache Suchen, Routine-Checks

Modellwechsel mit /model opus, /model sonnet oder /model haiku. Opus 4.7 unterstützt Effort-Levels mit /effort:

LevelTypische Aufgaben
lowDatei umbenennen, Build-Command, einfache Suchen
mediumFunktionen schreiben, kleine Refactors
highMulti-File-Refactors, komplexes Debugging
xhighDefault bei Opus 4.7 – Architektur, Design-Entscheidungen
maxHärtestes Debugging, Security-Reviews, Edge-Cases (nur aktuelle Session)

Tipp: max springt nach der Session automatisch auf xhigh zurück – das schützt vor versehentlicher Token-Verbrennung.

3.3   Nutzungslimits

Jeder Plan hat tägliche und wöchentliche Kontingente. Limits prüfen:

  • /status im Terminal – zeigt Plan, Modell-Status und verbleibende Nutzung
  • claude.ai/settings/usage im Browser – vollständige Aufschlüsselung aller Kontingente
KategorieBeschreibung
Aktuelle SitzungVerbrauch der laufenden Sitzung über alle Modelle.
Alle ModelleWöchentliches Gesamtlimit über Opus, Sonnet und Haiku zusammen.
Nur SonnetSonnet-Nutzung zählt gleichzeitig zu diesem Limit sowie zum wöchentlichen und 5-Stunden-Sitzungslimit.
Claude DesignBefindet sich in der Recherche-Vorschau mit eigenem wöchentlichem Limit. Wird nicht auf andere Limits angerechnet.
Zusätzliche NutzungAktivierbar, um Claude nach Erreichen eines Limits weiter zu nutzen. Schaltet den API-Modus für kostenpflichtige Mehrnutzung frei.

Hinweis: Beim Erreichen eines Limits antwortet Claude mit einer Fehlermeldung. Das Limit setzt sich je nach Kategorie täglich, stündlich oder wöchentlich automatisch zurück.

4   Installation

Es gibt zwei Wege: das Terminal-CLI und die Desktop-App. Beide teilen sich Login und Konfiguration.

Terminal-Installation (empfohlen)

Kein Node.js mehr nötig – läuft direkt als Binary und aktualisiert sich automatisch:

# macOS / Linux
curl -fsSL https://claude.ai/install.sh | bash

# Windows (PowerShell)
irm https://claude.ai/install.ps1 | iex

# macOS via Homebrew (manuelles Update)
brew install claude-code

Nach der Installation:

claude --version    # Version prüfen
claude doctor       # Diagnose
claude              # Starten und Browser-Login

Desktop-App

Download unter claude.com/download. Die App bietet parallele Sessions in isolierten Git-Worktrees sowie einen Tab für lokale und Cloud-Sessions.

Updates

claude update           # Sofortiges Update
brew upgrade claude-code  # Bei Homebrew

5   Datenschutz und Sicherheit

Diese Einstellungen gehören vor die erste echte Session.

5.1   Pflicht-Setting vor der ersten Session

Wichtig: Sofort nach dem Login: claude.ai → Settings → Privacy → Help Improve Claude → Off

Ohne diese Einstellung haben Sessions fünf Jahre Retention statt 30 Tagen und fließen ins Modelltraining ein. Gilt für alle Consumer-Pläne (Pro und Max). Team- und Enterprise-Pläne haben vertraglich kürzere Retention.

5.2   Was Claude überträgt

Jede Datei, die Claude liest, geht vollständig an Anthropics Server – es scannt nicht automatisch das Projekt, aber jede explizit gelesene Datei wird übertragen. Besonders sensibel:

  • .env-Dateien mit API-Keys und Passwörtern
  • Zertifikate (.p12, .mobileprovision) und SSH-Schlüssel
  • Medizinische, juristische oder anderweitig geschützte Daten

Dateien ausschließen mit .claudeignore

Wie .gitignore verhindert .claudeignore das automatische Lesen bestimmter Dateien:

# .claudeignore
/Config/Secrets/
*.env
**/TestData/real_patients/**
/Resources/Credentials/

Achtung: Wenn Claude explizit angewiesen wird, eine .claudeignore-Datei zu lesen, wird sie trotzdem übertragen. Die Datei schützt nur vor automatischem Zugriff.

Verhaltensregeln in CLAUDE.md

Für regulierte Projekte empfiehlt sich ein Datenschutz-Block in der CLAUDE.md:

# Datenschutz
NIEMALS lesen:
- /TestData/ (Patientendaten)
- Dateien mit "patient", "versicherte" oder "KV-Nummer" im Namen
- /Config/Live/*.json (Produktionskonfiguration)

Einsatz in regulierten Umgebungen

Claude Code verarbeitet Anfragen auf US-Servern (AWS). Für DSGVO- und SGB-V-relevante Gesundheitsdaten:

AnsatzEignungAufwand
Nur Code übertragen, niemals EchtdatenGut praktikabelNiedrig
Anonymisierte / fiktive Testdaten verwendenEmpfohlenMittel
.claudeignore + CLAUDE.md Datenschutz-BlockPflicht im ProjektNiedrig
Anthropic Enterprise-Plan mit AVV abschließenRechtlich sauberHoch
Lokales Modell (z. B. Ollama) als AlternativeVollständig offlineHoch

Goldene Regel: Claude Code ist ein Werkzeug für Code – nicht für Daten. Wer das sauber trennt, kann Claude Code auch in regulierten Umgebungen produktiv nutzen.

5.3   Wie Claude Code dich schützt

  • Read-only by default: Fragt vor jedem Edit und jedem Bash-Befehl nach.
  • Schreibgrenze: Nur Startverzeichnis und Unterordner – deshalb immer im Projektroot starten.
  • Command-Blocklist: curl und wget sind standardmäßig gesperrt.
  • Prompt-Injection-Schutz: Web-Fetch-Inhalte werden so behandelt, dass eingeschleuste Anweisungen nicht automatisch zu Tool-Calls führen.

Wichtig: Permissions schützen vor Aktionen, nicht vor Datenabfluss. Wenn Claude eine Datei lesen darf, geht ihr Inhalt an Anthropic. Secrets-Dateien deshalb explizit per Deny-Regel sperren.

6   Erste Schritte und tägliche Befehle

6.1   Im Projekt starten

cd mein-projekt
claude

Beim ersten Start: Theme wählen, Browser-Login, claude doctor zur Verifikation. Danach /init eingeben – das generiert eine CLAUDE.md mit Projektkontext, Build-Befehlen und Konventionen. Diese Datei wird bei jeder weiteren Session automatisch geladen.

6.2   Die wichtigsten Slash-Commands

CommandFunktion
/initGeneriert automatisch eine CLAUDE.md für das Projekt
/clearLöscht die aktuelle Konversation – frischer Start, spart Tokens
/compactKomprimiert den Kontext wenn das Fenster voll läuft
/usageDashboard: Plan-Limits, Tageskosten, Streaks
/statusPlan, aktives Modell und Nutzungslimits anzeigen
/costKurzanzeige der Kosten der aktuellen Session
/reviewCode-Review der letzten Änderungen
/modelModellwechsel, z. B. /model opus
/effortEffort-Level: low / medium / high / xhigh / max
/mcpMCP-Verbindungen verwalten und Status prüfen
/memoryGeladene CLAUDE.md anzeigen und bearbeiten
/ultrareviewMehrstufiger tiefgehender Code-Review
/loopSelf-paced Loops für wiederholte Aufgaben
/permissionsAllowlist aus bisherigen Tool-Calls vorschlagen lassen

Session-Management

claude -c            # Letzte Session fortsetzen
claude -r "name"     # Session per Name fortsetzen
@datei.swift         # Datei in den Kontext laden
@Sources/Views/      # Ordner in den Kontext laden

6.3   Modi

Shift+Tab wechselt zwischen den Modi:

  • Normal: Fragt vor jeder Aktion nach.
  • Auto-Accept: Aktionen ohne Rückfrage, sofern nicht durch Deny gesperrt. Für lange Sessions in einem gepushten Branch.
  • Plan Mode: Read-only – Claude erstellt nur einen Plan. Ideal für den Analyze-Plan-Build-Workflow.
  • Auto Mode (Max-Plan): Claude trifft Entscheidungen vollständig selbstständig. Nicht für Production-Deploys.

7   CLAUDE.md – Das Projektgedächtnis

CLAUDE.md ist die wichtigste Datei im Setup. Sie wird bei jeder Session automatisch geladen und gibt Claude den Kontext, den er sonst jedes Mal neu erraten müsste.

7.1   Was reingehört

Vier Fragen beantworten, mehr nicht:

  • Was ist das Projekt? (Stack, Plattform-Targets, Sprache)
  • Wie wird es gebaut und getestet? (Build- und Test-Befehle, Tooling)
  • Welche Konventionen gelten? (Code-Style, Ordnerstruktur, Architektur-Regeln)
  • Was soll Claude nicht tun? (Verbote, Tabu-Bereiche)

Nicht reingehört: Tutorials, lange Erklärungen, Marketing, Dokumentationstexte. Die Datei ist eine Briefing-Karte, kein Wiki. Maximal 200 Zeilen.

7.2   Wo die Datei liegt

Inhalte werden zusammengeführt, nicht überschrieben:

  • ~/.claude/CLAUDE.md – global, gilt für alle Projekte
  • CLAUDE.md im Projektroot – gilt nur für dieses Projekt (ins Repo committen!)
  • CLAUDE.local.md im Projektroot – persönlich, nicht im Git
  • Unterordner-CLAUDE.md – wird nur geladen, wenn man dort arbeitet

7.3   Beispiel und Best Practices

Globale CLAUDE.md (~/.claude/CLAUDE.md):

# Allgemein
Antworte auf Deutsch.
Halte dich kurz.
Bei größeren Änderungen erst einen Plan vorschlagen.

# Verbote
Niemals Inhalte aus .env oder secrets/ lesen.
Kein git push --force ohne explizite Bestätigung.

Projekt-CLAUDE.md (Beispiel Swift / SwiftUI):

# Projekt
SwiftUI-App, Targets: macOS, iPadOS, iPhone

# Build
xcodebuild -scheme AppName \
  -destination "platform=iOS Simulator,name=iPhone 16"

# Navigation
- iPhone: NavigationStack
- macOS/iPadOS: NavigationSplitView

# Verbote
Keine DispatchQueue – nur async/await.

Tipp: Globale Datei einmal anlegen. Im Projekt /init ausführen, generierte Datei sofort auf das Wesentliche kürzen, ins Repo committen. In den ersten Sessions ergänzen, was Claude offensichtlich nicht weiß.

8   Die neun Bausteine im Überblick

Claude Code besteht aus neun Bausteinen, die zusammenspielen:

BausteinWann aktivWo definiertWofür
CLAUDE.mdImmerProjektrootKontext, Konventionen, Regeln
PermissionsImmersettings.jsonErlauben und Verbieten
HooksBei Eventssettings.jsonMechanik, Automatik
SkillsAuf Aufrufskills/Wiederverwendbare Aufgaben
SubagentsAuf Aufrufagents/Eigener Kontext, knappe Antwort
MCP-ServerAuf Aufrufsettings.jsonExterne Werkzeuge
SandboxBei Aktivierungsettings.jsonWirkungsbereich begrenzen
PluginsBei Aktivierungplugins/Bündel mehrerer Bausteine
Loops/TasksPeriodischsettings.jsonRoutine, Beobachtung

9   Verzeichnisstruktur und settings.json

Alle Bausteine folgen derselben Logik: global im Home-Verzeichnis, projektspezifisch im Projekt, lokal-persönlich in einer Datei, die nicht ins Git kommt.

~/.claude/                       # Globale Konfiguration
├── CLAUDE.md                    # Globale Vorlieben
├── settings.json                # Globale Permissions, Hooks, MCP
├── skills/<name>/SKILL.md       # Globale Skills
└── agents/<name>/AGENT.md       # Globale Subagents

.claude/                         # Projektspezifisch (ins Git)
├── settings.json                # Projekt-Permissions, Hooks, MCP
├── skills/<name>/SKILL.md       # Projekt-Skills
└── agents/<name>/AGENT.md       # Projekt-Subagents

CLAUDE.local.md                  # Persönlich, nicht ins Git
.claude/settings.local.json      # Lokal, nicht ins Git

Aufbau der settings.json

{
  "permissions": {
    "allow": ["Read", "Edit", "Bash(git diff*)"],
    "deny":  ["Bash(rm -rf *)", "Read(.env*)"]
  },
  "hooks": { "PostToolUse": [...] },
  "mcpServers": { "github": {...} },
  "model": "claude-opus-4-7"
}

Die drei Ebenen (global, Projekt, lokal) werden zusammengeführt. Deny gewinnt immer.

Wichtig: Echte JSON-Dateien dürfen keine Kommentare und keine trailing commas enthalten. .claude/settings.local.json und .claude/cache/ in die .gitignore aufnehmen.

10   Permissions

Permissions steuern, was Claude ohne Rückfrage darf und was tabu ist. Eine Deny-Regel ist eine Wand.

10.1   Die drei Stufen

StufeVerhalten
AllowDarf ohne Rückfrage ausgeführt werden
AskDefault für alles, was nicht explizit erlaubt oder verboten ist – Claude fragt nach
DenyDarf gar nicht – absolute Sperre

10.2   Regeln formulieren

Read                    # Lesezugriff allgemein
Edit                    # Datei-Edits allgemein
Read(.env*)             # Lesen von .env-Dateien
Bash(git status*)       # nur git status
Bash(git *)             # alle git-Befehle
Bash(xcodebuild *)      # alle xcodebuild-Calls

10.3   Empfohlene Konfiguration

Globale ~/.claude/settings.json – harte Verbote:

{
  "permissions": {
    "deny": [
      "Bash(rm -rf *)",  "Bash(sudo *)",
      "Bash(curl *)",    "Bash(wget *)",
      "Read(.env*)",     "Read(**/secrets/**)",
      "Read(**/.ssh/**)", "Read(**/Credentials/**)"
    ]
  }
}

Projektspezifische .claude/settings.json – Routine erlauben:

{
  "permissions": {
    "allow": [
      "Read", "Edit",
      "Bash(git status*)", "Bash(git diff*)",
      "Bash(git log*)",    "Bash(git add *)",
      "Bash(git commit *)", "Bash(xcodebuild *)",
      "Bash(swift test*)"
    ]
  }
}

Tipp: /permissions allowlist schlägt eine sinnvolle Allow-Liste aus den letzten Tool-Calls vor. Einfach zwei, drei Sessions arbeiten und dann den Command ausführen.

11   Hooks

Hooks sind Shell-Befehle, die Claude bei bestimmten Ereignissen automatisch ausführt. Sie sind für Mechanik, nicht für Logik.

Lifecycle-Events

  • PostToolUse – nach jedem Tool-Call; klassisch für Formatter und Linter
  • PreToolUse – vor jedem Tool-Call; für zusätzliche Prüfungen
  • Stop – am Sessionende; für Desktop-Notifications

Wichtige Variablen

$CLAUDE_FILE_PATH     # die bearbeitete Datei
$CLAUDE_TOOL_NAME     # welches Tool lief
$CLAUDE_PROJECT_DIR   # Projektroot

Beispiel – SwiftFormat nach jedem Edit

{
  "hooks": {
    "PostToolUse": [
      {
        "matcher": "Edit|Write",
        "hooks": [
          {
            "type": "command",
            "command": "if [[ \"$CLAUDE_FILE_PATH\" == *.swift ]]; then swiftformat \"$CLAUDE_FILE_PATH\"; fi"
          }
        ]
      }
    ]
  }
}

Beispiel – Desktop-Notification beim Sessionende

{
  "hooks": {
    "Stop": [
      {
        "hooks": [{
          "type": "command",
          "command": "osascript -e 'display notification \"Claude fertig\" with title \"Claude Code\"'"
        }]
      }
    ]
  }
}

Hinweis: Hooks müssen schnell sein (unter einer Sekunde), idempotent und still scheitern. Mit einem einzigen Hook anfangen – dem Formatter.

12   Skills

Skills sind benannte, wiederverwendbare Anweisungen, die gezielt aufgerufen werden. Sie sparen Zeit bei allem, was sich im Alltag wiederholt.

12.1   Aufbau eines Skills

--- name: new-view
description: Legt eine neue SwiftUI-View nach unseren Konventionen an
---

Erstelle eine neue SwiftUI-View. Schritte:

1. Datei unter Sources/Views/<Feature>/<Name>View.swift anlegen
2. @Observable ViewModel einbinden
3. Preview-Provider ergänzen
4. In die Navigation eintragen

Aufruf: /new-view ProfilEditor. Argumente landen als $ARGUMENTS oder $1, $2 im Skill.

12.2   Empfehlenswerte Community-Skills

SkillFunktionInstallation
SuperpowersStrukturierter Workflow: erst planen, dann testen, zuletzt coden/plugin install superpowers@claude-plugins-official
Frontend DesignProfessionelle, moderne UIs statt generischem AI-Look/plugin install frontend-design@claude-plugins-official
Skill CreatorErzeugt neue Skills nach Beschreibung/plugin install skill-creator@claude-plugins-official
Trail of BitsSecurity-Audit (SQL Injection, XSS, …)/plugin marketplace add trailofbits/skills
Prompt MasterOptimiert Prompts für 30+ KI-Toolsgit clone .../nidhinjs/prompt-master ~/.claude/skills/
Marketing Skills40 Marketing-Experten: SEO, Ads, Copywriting, Wachstumnpx skills add coreyhaines31/marketingskills
CLAUDE.md OptimizerHält CLAUDE.md schlank, lagert Unwichtiges ausgit clone .../wrsmith108/claude-md-optimizer ~/.claude/skills/
Webapp TestingBrowser-basiertes automatisches Testing/plugin install webapp-testing@claude-plugins-official

Tipp: Erst spüren, wo man sich wiederholt. Skills, die theoretisch ausgedacht werden, treffen meist daneben.

13   Subagents

Subagents sind Claude-Instanzen für klar abgegrenzte Aufgaben. Sie laufen mit eigenem Kontext und geben nur eine Zusammenfassung an die Hauptsession zurück.

Skill vs. Subagent: Ein Skill arbeitet im Hauptchat und vergrößert dort den Kontext. Ein Subagent arbeitet nebenan und liefert nur das Ergebnis. Wenn eine Aufgabe viel Kontext frisst, aber wenig zurückgibt – Subagent verwenden.

Aufbau – Beispiel Code-Reviewer

--- name: code-reviewer
description: Senior Code-Reviewer. Nach Code-Änderungen proaktiv aufrufen.
tools: Read, Grep, Glob, Bash(git diff*)
model: sonnet
---

Du bist Senior Code-Reviewer für ein Swift-Projekt.
Analysiere nur die geänderten Dateien.
Gib zurück: max. 5 kritische Punkte, sortiert nach Priorität.
Keine langen Erklärungen.

Drei Felder, die zählen

  • description – entscheidet, ob Claude den Agent automatisch aufruft.
  • tools – begrenzt, was der Agent darf. Eng halten.
  • model – Recherche/Reviews: sonnet; Architekturanalyse: opus; einfache Suchen: haiku.

14   MCP-Server

MCP-Server (Model Context Protocol) sind externe Werkzeuge, die Claude aufrufen kann. Damit wird Claude zu einem Agenten, der echte Aktionen ausführt: GitHub-Issues lesen, Datenbankabfragen, Cloud-Dienste steuern.

14.1   Grundlagen und Einrichtung

claude mcp add github -- npx -y @modelcontextprotocol/server-github
claude mcp add --transport http my-api https://meine-api.de/mcp
claude mcp list
/mcp                    # Status aller Server prüfen
MCP-ServerFunktion
GitHubIssues lesen, PRs vorbereiten, Branches verwalten
SupabaseDatenbankabfragen, Tabellen, RLS-Policies direkt aus Claude steuern
Context7Aktuelle Library-Docs laden – kein veraltetes Modellwissen
Exa / PerplexityWeb-Suche aus Claude heraus
PlaywrightBrowser-Automatisierung, Screenshots, E2E-Tests
Pipedream8.000+ Apps in einem MCP: Gmail, Slack, Stripe, Notion, …

14.2   Der Senior-Engineer-Stack – 5 kostenlose MCPs

MCPFunktionVoraussetzung
CodeRabbitSenior-Engineer-Review für Sicherheit, Performance, WartbarkeitGitHub Personal Access Token
Pipedream8.000+ Apps in einem MCPPipedream Account (kostenlos)
ExaSmart Search (1.000 Anfragen/Monat gratis)Exa API Key
Sequential ThinkingStrukturiertes Denken – Anthropics offizieller Reference-ServerKeine
Memory MCPLangzeitgedächtnis über Projekte hinwegKeine

Sicherheit: Anthropic auditiert keine Drittanbieter-MCP-Server. Nur vertrauenswürdige Quellen nutzen. API-Keys nie in committete Dateien.

15   Plugins

Plugins sind vorgefertigte Pakete, die mehrere Bausteine bündeln: Skills, Hooks, Subagents, Settings, manchmal MCP-Server.

Verwaltung

/plugins
claude plugin add <name>
claude plugin list
claude plugin remove <name>
/reload-plugins

Empfehlenswerte Plugins

PluginFunktionInstallation
Context ModeLäuft im Hintergrund, spart Tokens (10.645 Stars)/plugin marketplace add mksglu/context-mode
claude-memDauerhaftes Gedächtnis über Sessions (68.482 Stars)npx claude-mem install
Everything Claude CodeUmfassendes Power-User-Bundle (168.287 Stars)/plugin marketplace add affaan-m/everything-claude-code
Huashu DesignPrototypen und Folien per natürlicher Sprachenpx skills add alchaincyf/huashu-design

Wichtig: Erst eine Weile ohne Plugins arbeiten – wer die Bausteine nicht kennt, kann Plugins nicht beurteilen.

16   Loops und geplante Aufgaben

Loops und Tasks lassen Claude in Intervallen oder zu festen Zeiten arbeiten.

Hook vs. Loop: Ein Hook reagiert auf etwas, das gerade passiert ist. Ein Loop läuft von selbst.

Einsatzgebiete

  • Loops: Build-Status beobachten, CI-Build alle 3 Minuten prüfen, Test-Ergebnisse
  • Geplante Tasks: Tägliche Release-Notes, Meeting-Vorbereitung, Wartungsaufgaben

In der Praxis

/loop 5m check ob der staging-build fertig ist und melde dich
/loop 10m /security-review
/schedule "0 8 * * 1-5" /daily-standup-prep
/loop status
/loop stop

In settings.json

{
  "scheduled_tasks": [
    {
      "name": "daily-standup",
      "schedule": "0 8 * * 1-5",
      "command": "/daily-standup-prep",
      "notify": true
    }
  ]
}

Hinweis: Klare Endbedingung definieren, realistische Intervalle (3–10 Minuten). Loops nie für destruktive Aktionen nutzen.

17   Token-Optimierung und Kostenkontrolle

17.1   Modellwahl und /clear

  • Modellwahl: Opus kostet ca. das 5-fache von Sonnet pro Token. Opus gezielt für Architektur und Refactoring, Sonnet für den Alltag.
  • /clear: Jeder Token im Kontext kostet bei jeder Anfrage erneut. Lange Sessions ohne /clear werden überproportional teuer.
  • Subagents: Eigener Kontext, knappe Antwort an den Hauptchat. Hauptkontext bleibt klein.

17.2   claude-mem – Dauerhaftes Gedächtnis

Claude Code vergisst nach jeder Session den Kontext. claude-mem löst dieses Problem: Es fasst jeden Tool-Call zusammen, speichert die Beobachtungen lokal in SQLite und lädt sie bei der nächsten Session.

SchrittWas passiert
CaptureJeder Tool-Call wird automatisch abgefangen
CompressReduktion von bis zu 10.000 auf ca. 500 Tokens (5–10× im Alltag)
StoreLokale SQLite-Datenbank
RetrieveClaude lädt nur den relevanten Kontext für die aktuelle Aufgabe
npx claude-mem install
# Alternativ
/plugin marketplace add thedotmack/claude-mem
/plugin install claude-mem

Sicherheitshinweis: Die HTTP-API auf Port 37777 hat keine Authentifizierung. Firewall so einstellen, dass Port 37777 nur für localhost erreichbar ist.

17.3   RTK – Token-Kompression

RTK (Rust Token Killer) ist ein CLI-Proxy, der Befehlsausgaben zusammenfasst, bevor sie Claude erreichen. Ergebnis: 60–90 % weniger Tokens.

BefehlTokens vorherTokens nachherEinsparung
git status~800~50~94 %
git push~200~10~95 %
ls (groß)~1.500~150~90 %
npm test~3.000~300~90 %
curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/rtk-ai/rtk/master/install.sh | sh
rtk init -g        # Hooks für Claude Code aktivieren
rtk init --show    # Status prüfen
rtk gain           # Einsparungen anzeigen

18   Cloud-Automationen mit Routines

Routines sind vollständig autonome Cloud-Automationen – ohne lokalen Server.

PlanRoutine-Runs pro Tag
Pro5
Max15
Team / Enterprise25

Routine einrichten

  1. claude.ai/code/routines öffnen
  2. New routine → Name vergeben
  3. Prompt schreiben (so genau wie ein Auftrag an einen Mitarbeiter)
  4. GitHub Repository auswählen
  5. Trigger wählen: Schedule, API oder GitHub Event
  6. Connectors verbinden (Gmail, Slack etc.)
  7. Run now zum Testen – erst danach den Schedule aktivieren

Beispiel – Tägliche E-Mail-Zusammenfassung

Geh in meine E-Mails über den Gmail Connector.
Lies alle ungelesenen E-Mails seit gestern.
Fass jede E-Mail in einem Satz zusammen.
Sortiere nach: Dringend, Aktion nötig, Info.
Schick mir die Zusammenfassung als Slack-Nachricht.

Beispiel – PR-Review bei jedem Pull Request

Ein neuer Pull Request wurde geöffnet.
Prüfe den Code auf Sicherheitsprobleme, Performance-Probleme,
Code-Stil und Lesbarkeit.
Schreib ein Review als Kommentar auf den PR.

Wichtig: Routines laufen vollständig autonom. Alle Aktionen passieren unter dem eigenen Namen. API-Keys in den Environment Variables der Cloud Environment ablegen.

19   Fortgeschrittene Workflows

19.1   Paralleles Arbeiten mit Worktrees

claude --worktree mein-feature   # Worktree starten
claude -w                        # Schneller Worktree-Start

Die Desktop-App bietet einen Code-Tab mit Worktree-Checkbox – am bequemsten für 3–5 parallele Sessions.

Killerkombination: Auf dem Max-Plan: Opus 4.7 + /effort max + Auto Mode + 1M Context = ein komplettes Projekt starten und nach Stunden zu einem eigenständig überarbeiteten, getesteten und committeten Ergebnis zurückkehren.

19.2   Der Verification-Loop

Der wichtigste Einzeltipp von Boris Cherny (Claude Code-Gründer):

"If Claude has that feedback loop, it will 2–3x the quality of the output."
Wir bauen jetzt zusammen Feature X.
Bevor du eine einzige Zeile Code schreibst, definiere zuerst,
wie du selbst prüfst, ob das fertige Feature funktioniert:

1. Welcher Test, Befehl oder Browser-Check beweist, dass es geht?
2. Was ist dein Plan?
3. Erst nach Zustimmung umsetzen.

19.3   Sandbox für autonome Arbeit

/sandbox
# Oder in settings.json:
{
  "sandbox": {
    "enabled": true,
    "filesystem": {
      "writable": ["$CLAUDE_PROJECT_DIR/Sources", "$CLAUDE_PROJECT_DIR/Tests"],
      "readable": ["$CLAUDE_PROJECT_DIR"]
    },
    "network": { "enabled": false }
  }
}

Tipp: Sandbox + Auto-Accept: Claude arbeitet schnell, kann aber technisch nicht aus dem definierten Bereich ausbrechen.

19.4   Plan Mode zuerst

Für komplexe Aufgaben: Shift+Tab → plan. Claude erstellt einen Plan, den man prüft. Erst wenn der Plan überzeugt, in den Umsetzungsmodus wechseln.

20   Claude in anderen Werkzeugen

20.1   Claude for Word

Anthropic hat Claude direkt in Microsoft Word eingebunden. Änderungen erscheinen als Vorschläge mit Änderungsverfolgung.

Voraussetzungen

  • Claude Team oder Enterprise (Pro auf Warteliste)
  • Microsoft 365 (kein Word 2016/2019)
  • Dateiformat .docx

Installation

  1. marketplace.microsoft.com – Claude by Anthropic for Word suchen
  2. Installieren, Word öffnen, Add-in aktivieren (Mac: Tools → Add-ins)
  3. Mit Claude-Account einloggen

Wichtige Funktionen

  • Texte mit Änderungsverfolgung bearbeiten (Formatierung bleibt erhalten)
  • Dokument auf Unstimmigkeiten prüfen (Querverweise, Nummerierung, Begriffe)
  • Fragen mit klickbaren Quellenangaben
  • Vorlagen ausfüllen mit übernommener Formatierung
  • Cross-App: Word + Excel + PowerPoint in einem Gespräch

Tipp: „Kürze diesen Absatz und entferne Passivkonstruktionen." / „Was ist die Haftungsobergrenze und gilt sie beidseitig?"

20.2   OpenAI Codex als zweites Modell

Das Codex-Plugin bindet die OpenAI Codex CLI direkt in Claude Code ein. Das ermöglicht Code-Reviews durch ein zweites, unabhängiges Modell – ohne die Claude-Session zu verlassen.

Hinweis: Es geht nicht um das alte Codex-Modell von OpenAI (eingestellt 2023), sondern um die OpenAI Codex CLI – ein terminalbasierter Coding-Agent von OpenAI (April 2025, Open Source).

KI-Modelle erkennen eigene Fehler schlechter als fremde – ein zweites Modell bringt einen frischen Blick.

Was das eigentlich ist

Die OpenAI Codex CLI ist ein eigenständiges Kommandozeilenwerkzeug von OpenAI, das ähnlich wie Claude Code funktioniert: es liest Code, analysiert ihn und gibt Feedback. Alle Reviews sind ausschließlich lesend – Codex verändert keine Dateien.

Welchen Account brauche ich?

KriteriumChatGPT-AccountOpenAI API Key
KostenKostenlos möglich (mit Limits)Pay-per-Use, sehr günstig
Setup-AufwandGering (Browser-Login)Mittel (API Key besorgen)
LimitsTäglich begrenzt (Free)Nur durch Guthaben begrenzt
Empfohlen wennMan bereits ChatGPT nutztMan häufig Reviews macht
Kosten pro ReviewKostenlos / inkl. in Plusca. 0,001–0,01 USD

Setup Schritt für Schritt

# Schritt 1 – Voraussetzungen prüfen
node --version    # muss 18.18 oder neuer sein

# Schritt 2 – Codex CLI installieren
npm install -g @openai/codex

# Schritt 3 – Authentifizieren
# Option A: ChatGPT-Account
codex login
# Option B: API Key
export OPENAI_API_KEY="sk-..."

# Schritt 4 – Plugin installieren
/plugin marketplace add openai/codex-plugin-cc
/plugin install codex@openai-codex
/reload-plugins

# Schritt 5 – Installation prüfen
/codex:setup

Verfügbare Commands

CommandWas es tutWann nutzen
/codex:reviewNeutraler Review der letzten ÄnderungenNach jedem Feature als Standard-Check
/codex:adversarial-reviewKritischer Review – sucht gezielt nach Fehlern, SicherheitslückenVor einem Merge oder Release
/codex:rescueAufgabe komplett an Codex abgebenFür kleinere Teilaufgaben, die Claude gerade nicht löst
/codex:statusZeigt laufende Hintergrund-JobsWenn ein langer Review noch läuft
/codex:resultHolt Ergebnisse fertiger JobsNach /codex:status
/codex:cancelBricht laufende Jobs abWenn ein Review nicht mehr gebraucht wird

Wann lohnt sich das?

Das Plugin ist sinnvoll, wenn:

  • Man bereits einen ChatGPT- oder OpenAI-Account hat (kein Extra-Aufwand)
  • Man Code schreibt, der produktiv eingesetzt wird (Sicherheit, Korrektheit wichtig)
  • Man vor einem Release noch einen unabhängigen Check will
  • Man /codex:adversarial-review als letzten Prüfschritt vor einem Merge einbauen will

Das Plugin ist weniger sinnvoll, wenn:

  • Man keinen OpenAI-Account hat und keinen anlegen will
  • Man hauptsächlich experimentellen oder wegwerfbaren Code schreibt
  • Die Claude-internen Reviews mit /ultrareview bereits ausreichen

Empfohlener Workflow: Opus schreibt den Code, dann /codex:adversarial-review als zweites Urteil. Codex-Tokens kosten ca. 1/4 von Opus – Reviews sind so gut wie kostenlos.

21   Lernpfad: Von Einsteiger zu Experte

Wer alles auf einmal aufsetzt, baut Konfiguration, die er später nicht mehr versteht:

  1. Schritt 1 – Erstes echtes Feature: Ein überschaubares Feature aus dem eigenen Projekt suchen. Plan Mode an, Plan prüfen, dann Auto-Accept zum Bauen, am Ende /review.
  2. Schritt 2 – CLAUDE.md schärfen: Nach zwei oder drei Sessions Muster bemerken. Diese Erkenntnisse gehören rein: schrittweise, kurz, genau.
  3. Schritt 3 – Permissions sauber: Globale Deny-Regeln einmal anlegen. Projektspezifische Allow-Liste aus dem Alltag wachsen lassen.
  4. Schritt 4 – Hooks für Mechanik: Mit dem Formatter anfangen. SwiftFormat (oder Prettier, Black) nach jedem Edit.
  5. Schritt 5 – Skills für Wiederholungen: Was dreimal im Monat gebraucht wird, wird ein Skill. Erst anlegen, wenn der Bedarf gespürt wurde.
  6. Schritt 6 – Subagents für Komplexes: Wenn Sessions zu lang werden, Reviews und Recherche in Subagents auslagern.
  7. Schritt 7 – MCP gezielt einsetzen: Mit GitHub anfangen, zuerst nur lesende Operationen.
  8. Schritt 8 – Fortgeschrittenes Setup: Worktrees, Sandbox, Routines, RTK und claude-mem für maximale Effizienz.

22   Was Claude Code nicht ist

  • Kein Ersatz für eigenes Verständnis. Wer den Code nicht versteht, den Claude produziert, baut sich technische Schulden.
  • Kein Partner für streng vertrauliche Arbeit auf Consumer-Plänen. Auf Pro und Max geht jede gelesene Datei an Anthropic. Sensible Daten gehören in Team-, Enterprise- oder API-Setup.
  • Kein Echtzeit-Werkzeug. Antworten brauchen ihre Zeit, gerade bei Opus. Für Live-Pair-Programming ist Claude zu langsam.
  • Keine Lösung für sehr große Monorepos. Mit Repos im Multi-Millionen-Zeilen-Bereich kommt Claude ins Stocken. Selektives Laden mit @-Mentions wird Pflicht.
  • Kein Ersatz für saubere Tests und CI. Claude kann Tests schreiben – laufen lassen muss sie die Pipeline.

23   Troubleshooting

ProblemLösung
claude: command not found nach der InstallationTerminal komplett schließen und neu öffnen. Falls nicht behoben: prüfen, ob ~/.local/bin im PATH liegt.
Browser-Login schlägt fehlHäufige Ursachen: kein bezahlter Plan, im Browser anderer Account, abgelaufene Session. Lösung: claude logout, dann claude neu starten.
claude doctor meldet FehlerDas Tool zeigt selbst, was fehlt. Häufigste Fälle: PATH unvollständig, fehlender Login, veraltete Version. claude update ausführen.
Permission-Prompts nervenPermissions in .claude/settings.json pflegen. /permissions allowlist schlägt eine fertige Allow-Liste vor.
Plugin funktioniert nicht nach Installation/reload-plugins ausführen oder Claude Code neu starten.
MCP-Server wird als nicht verfügbar angezeigt/mcp prüft den Status. API-Keys als Umgebungsvariablen setzen. Node.js-Version prüfen (18+ empfohlen).
Codex-Plugin: /codex:setup schlägt fehlNode.js auf Version 18.18+ prüfen. Codex CLI installieren: npm install -g @openai/codex. Dann codex login ausführen und /reload-plugins.
Routine schlägt beim API-Key-Zugriff fehlAPI-Keys in den Environment Variables der Cloud Environment ablegen. Im Prompt explizit angeben: „Nutze den API Key aus den Environment Variables."
Migration auf neuen Rechner~/.claude/ sichern ohne cache/. Auth-Tokens nicht mitnehmen – nach dem Wechsel neu einloggen.

24   Glossar

BegriffErklärung
Auto-AcceptModus, in dem Claude ohne Rückfrage handelt, sofern nicht durch Deny gesperrt. Per Shift+Tab aktivieren.
Auto ModeErweiterter autonomer Modus (Max-Plan). Claude trifft alle Entscheidungen selbstständig.
CLAUDE.mdMarkdown-Datei, die bei jeder Session automatisch geladen wird. Enthält Projektkontext, Build-Befehle, Konventionen und Verbote.
Codex CLIOpen-Source-Coding-Agent von OpenAI (erschienen April 2025). Wird über das Codex-Plugin in Claude Code für unabhängige Code-Reviews genutzt.
Effort-LevelSteuert, wie lange Opus 4.7 über ein Problem nachdenkt. Von low bis max.
HookShell-Befehl, der bei einem Lifecycle-Event (PostToolUse, PreToolUse, Stop) automatisch ausgeführt wird.
LoopSchleife per /loop, die einen Befehl in Intervallen ausführt.
MCP-ServerExterner Service (Model Context Protocol), der Claude neue Werkzeuge bereitstellt.
PermissionsAllow-/Deny-Regeln in settings.json, die festlegen, was Claude darf oder nicht darf.
Plan ModeNur-Lese-Modus, in dem Claude nur analysiert und plant. Per Shift+Tab.
PluginVorgefertigtes Bündel aus mehreren Bausteinen (Skills, Hooks, Subagents, Settings).
RoutineCloud-Automation, die vollständig autonom und ohne lokalen Server läuft.
RTKRust Token Killer – CLI-Proxy, der Befehlsausgaben zusammenfasst (60–90 % weniger Tokens).
SandboxTechnisch abgegrenzter Bereich mit Dateisystem- und Netzwerk-Isolierung.
ScheduleGeplanter Task per /schedule mit Cron-Syntax.
SkillWiederverwendbarer Custom-Command in skills/<name>/SKILL.md, per /name aufrufbar.
SubagentSpezialisierter Agent mit eigenem Kontext, der nur eine Zusammenfassung zurückgibt.
WorktreeIsolierter Git-Checkout für parallele Arbeit in mehreren Claude-Instanzen.

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